Bei uns in der Klasse 1a ist folgendes geregelt: Wenn ein Kind auf die Toilette muss, geht es zur Lehrperson, um Bescheid zu geben. Anschließend bestimmt meist, aber nicht immer, die Lehrperson einen Schüler, welcher als Begleitung mit geht. Beim Verlassen des Klassenraumes wird dann das „Kloschild“ auf „Besetzt!“ gewendet und die Lehrperson trägt die Namen der Schüler in eine Liste ein, die aufs Klo gegangen sind.

Wenn die Kinder von der Toilette wiederkommen und dabei irgendwelche Auffälligkeiten vorkamen, wie beispielsweise Toilettenverstopfung, wird auch dies in die besagte Liste eingetragen. Anschließend haben die Schüler die Pflicht, durch die einzelnen Klassen zu gehen, um zu erfragen, wer diese Auffälligkeiten verursacht hat.

Eine weitere Regel bei uns lautet in den Pausen auf die Toilette zu gehen. Wenn ein Kind dann doch während des Unterrichts muss, wird erst erfragt, wie dringend es ist und ob das Kind es noch aufhalten kann. „Erst kurz bevor es kommt läufst du schnell los!“ lautet dabei die übliche Antwort unseres Klassenlehrers. Damit will er zum einen das Aufhalten trainieren und das Gehen in den Pausen fördern, aber auch verhindern, dass die bei uns sogenannte „Klokrankheit“ ausbricht.

Das heißt, dass alle anderen Kinder „angesteckt“ werden und auch aufs Klo müssen, wenn ein Kind vorher laut erwähnt hat, dass es muss. Verhindert wird dieses „Anstecken“ bereits dadurch, dass die Schüler in unserer Klasse leise zur Lehrperson gehen und sich abmelden, sodass andere Kinder dies erst gar nicht mitbekommen.

Für mich persönlich kann ich sagen, dass ich diese Praktik des Toilettengehens in unserer Klasse sehr gut finde, da die Kinder dadurch nur selten aufs Klo gehen, beziehungsweise die Frage danach nur selten aufkommt und deswegen der Unterricht nicht bemerkbar gestört wird. Weiter gut finde ich dabei, wie die Selbständigkeit und das Verantwortungsgefühl der Schüler gefördert wird, da diese unter anderem verantwortlich für den Zustand der Toiletten sind.

Jedoch fühle ich mich des Öfteren unsicher dabei, Kinder nicht auf die Toilette zu lassen und sie zum Aufhalten zu ermutigen, da der Drang der Kinder schwer einzuschätzen ist.

 

(Studentin F_2, Pos. 33-44)